– 12|08|25 –

Es gibt Stimmen, die vergisst man nicht.

Meistens sind es Menschenstimmen – aber manchmal lacht dir auch ein Grünspecht ins Herz.

So ein Lachen, das irgendwo zwischen Spott und Kompliment hängt.

Meins!

Heute Morgen wieder. Ich wusste sofort: Er ist’s.

Grünspecht

Der Herr Grünspecht liebt alte Bäume. Nicht diese ordentlichen, städtisch beschnittenen Dinger, sondern solche, die schon Geschichten im Stamm haben – und Ameisen im Bauch.

Manchmal sucht er auch im Rasen nach Frühstück, da, wo die Ameisen ihre Eier verstecken.

Heute: Tanne. Dunkle Zweige. Geheimnislicht.

Ein Schritt nach rechts – und ich hatte ihn im Gegenlicht.

Monate gewartet, gehofft… und natürlich nicht perfekt vorbereitet.

Kleiner Grünspecht-Tipp:

Wer beim nächsten Spaziergang wissen will, ob er einem Herrn oder einer Dame Grünspecht begegnet, schaut einfach auf den Kopf:

Beide tragen den roten Scheitel, aber der Bartstreif verrät das Geheimnis.

Beim Männchen leuchtet er rot mit schwarzer Umrandung, beim Weibchen ist er schlicht schwarz.

Ornithologen nennen das übrigens wirklich „Bartstreif“ – kein Scherz.

Grünspecht

Klick.

Im Kameradisplay: wunderschön.

Am Computer: die bittere Wahrheit.

RAW. Ohne Dynamik. Blass wie ein ungekochtes Frühstückseiweiß.

Grünspecht

Also sitze ich da, mit meinen Reglern und Masken.

Ziehe, schiebe, atme. Versuche, das Lachen in Pixel zu gießen.

Es wird nie ganz so sein wie im Moment selbst –

aber vielleicht reicht es, wenn ich weiß, dass er da war.

Und lachte.

Über mich. Mit mir.

Egal. Hauptsache, wir hatten diesen Morgen.

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