– 18|07|25 –
Ich bin heute eigentlich losgezogen, um altes Handwerk zu fotografieren, die ruhige Schönheit des Mittelalters einzufangen.
Und dann stand ich da – vor einem jungen Greifvogel.
Nicht im Flug. Nicht im Fels.
Sondern auf einem Handschuh.
Neben einem Zelt.
Für 5 Euro konnte man sich mit ihm fotografieren lassen. Auch ich habe es getan.
Der Falkner erzählt von Verlust.
Vom Uhu, der einst in Felsen hauste und sich von Ratten nährte.
Von Scheunen, die verschwinden.
Von Windrädern, Flughäfen, Glasfassaden.
Von einer Freiheit, die heute oft den Tod bedeutet.
Und da stehe ich nun.
Mit einer Kamera in der Hand.
Mit einem Adler auf dem Arm.
Und mit einer militanten Tierschützerin, die mir sagt:
„Dein Post ist unmöglich.“
Aber was ist richtig?
Ich finde Tiere in Gefangenschaft auch schwierig.
Und doch sehe ich:
Dieser Vogel muss heute nicht kämpfen.
Nicht gegen Stromleitungen.
Nicht gegen Autos.
Nicht gegen den Hunger.
Er fliegt nicht frei – aber er überlebt.
Also frage ich nicht: „Was ist richtig?“
Sondern:
„Wie können wir würdig mit dem Dazwischen leben?“
Vielleicht liegt die Antwort nicht in Parolen – sondern im Hinsehen.
Im Zweifeln. Im Nicht-Wegfotografieren.
Und ja – auch in einem Bild, das Fragen stellt, statt alles zu beantworten.
Wenn ihr noch mehr über Elkes Portfolio erfahren wollt, schaut gerne hier auf ihrer Webseite vorbei.
Hier zeigt sie Ausschnitte aus ihrer Street- und Naturfotografie.
Elke Sagray



